Articles in Notice: Undefined variable: topics in /afs/tu-berlin.de/units/Fak_VI/cud/www/www.cud/htdocs/wp-content/themes/cud/single-cud_topic.php on line 27 Notice: Trying to get property of non-object in /afs/tu-berlin.de/units/Fak_VI/cud/www/www.cud/htdocs/wp-content/themes/cud/single-cud_topic.php on line 27

    Spatial Commons 4 - Hin und weg vom Kiez [Seminar]

    Gemeingut Nachbarschaft? Ausstellung

    Teaching

    Die Ergebnisse des Recherche- und Kartierungsseminars können im Eingangsbereich des Nachbarschaftshauses zwischen Falckensteinstrasse und Cuvrystrasse besichtigt werden. Acht Kartierungen bilden die Argumentationsgrundlage für acht Thesen zur Nachbarschaft als Gemeingut.

    Studierende: Ioanna Giannakopoulou, Sebastian Kunz, Friedrich Lammert, Phil von Lueder, Nina Peters, Lucas Rauch, Jim Reifferscheid, Philip Schläger
    Betreuung: Katharina Hagg, Anna Heilgemeir, Dagmar Pelger

    Spatial Commons 4 - Hin und weg vom Kiez

    Acht Kartierungen. Acht Thesen

    Teaching

    Nachbarschaft ist ….

    …MEIN BETT, DEINE BANK // BENIM YATAGIM, SENIN BANKIN // MY BED, YOUR BENCH

    Ein leerer Raum, ohne Konsum- und Unterhaltungsangebote, ist im Wrangelkiez zum luxuriösen Gut der Nachbarschaft geworden. Der Grünzug zwischen Falckenstein- und Cuvrystraße wird durch und dank der Leere zu einem Habitat für verschiedenste AkteurInnen umgewandelt. Diese Koexistenz ist Bereicherung und Bewahrung des Charakters der Nachbarschaft. Dreckig zu bleiben, tolerant gegenüber dem Anderen und eingebunden zu sein, ist eine Art von Pflege, die zum Erhalt dieser Habitat wesentlich beiträgt.
    MAP SC 4.01 Grünzug Nachbarschaftszentrum

    … ZWISCHEN ZÄUNEN, TOREN UND HINTERTÜREN.

    Eine einzige schmale, unscheinbare Gasse führt von der überfüllten Falckensteinstraße ins Innere des Block 121. Umgeben von Rückseiten entfaltet sich ein Schutzraum für nachbarschaftliche Begegnung und Intimität. Die Schwellen zwischen öffentlichem Raum, privatem Hinterhof und sozialer Einrichtung sind ambivalent: klare Grenzen erlauben ein Nebeneinander von Grillfest und Selbstgespräch – Hintertüren ermöglichen Grenzüberschreitung und Aneignung von unbeachteten Resträumen. Seit Entstehung des Grünes Hofes im Rahmen der “Behutsamen Stadterneuerung” werden die Schwellen bis heute immer wieder verhandelt und verschoben.
    MAP SC 4.02 Hofsystem Falckensteinstrasse

    … NOCH DA? // HALA ORDA MI? // STILL THERE?

    Die Kreuzung ist das Herz des Wrangelkiez – Anlauf- und Schnittpunkt für Nachbarn und Besucher, für alle sozialen Gruppen. Hier kann am öffentlichen Leben teilhaben, wer nicht konsumiert. Was den Kiez bewegt, wird hier kommuniziert. Reibung und Zusammenkunft finden hier statt. Das Herz der Nachbarschaft lebt von den Läden des alltäglichen Bedarfs, dem tief Verwurzelten und der Dynamik, der Urbanität. Eine Qualität, zu der verschiedene Gruppen durch die ständige Verhandlung von Räumen beitragen. Versteckt hinter dem Herzen bieten Moschee und Kirche als “Anker der Nachbarschaft” ein Auffangbecken, das Rückzug ermöglicht. Wie lange bleibt die Kreuzung noch das Herz der Nachbarschaften und ein Ort für alle.
    MAP SC 4.03 Kreuzung Falckensteinstrasse/ Wrangelstrasse

    … KOLLEKTIVE PARALLELRÄUME

    Parallelräume beschreibt die Koexistenz zwischen den unterschiedlichen Nutzergruppen, die die Räume in und um die Görlitzer Straße in einem stetigen Verhandlungsprozess produzieren. Hierbei spielt unter anderem der Aspekt des persönlichen ökonomischen Interesses sowie der Behaglichkeit oder Notwendigkeit eine bedeutende Rolle. Allesamt verändern und Pflegen den angeeigneten Raum auf persönliche Art und Weise. Die Karte soll die Wechselbeziehung zwischen den einzelnen Akteuren sowie deren räumlichen Bezug zeigen.
    MAP SC 4.04 Görlitzer Strasse mit Görlitzer Park

    … IDYLL DER ZEITLOSEN

    Abseits der Hauptachse des Görlitzer Parks liegt dieses kleine Idyll fast vergessen im hintersten Winkel. Man muss die richtigen Wege kennen, um hierher zu gelangen. Eine hohe Wasserfontäne lässt den alltäglichen Lärm der Stadt in den Hintergrund treten. Am Rande des viel belebten Kiezes scheint hier die Zeit still zu stehen. Ein Ort an dem Tagediebe, Müßiggänger und Liebespärchen durchatmen.
    MAP SC 4.05 Görlitzer Park – Teich

    … LASS MICH IN RUHE! // BENI RAHAT BIRAK! // LEAVE ME ALONE!

    Ein Ort fernab vom Konsumrausch des Wrangelkiezes. Durch stadtplanerische Eingriffe gezeichnet und doch wild und natürlich. Ein Drehkreuz des nicht motorisierten Durchgangsverkehrs Richtung Neukölln oder Treptow. Nur hin und wieder regt die Weite des Landwehrkanals die stets mobilen Menschen dazu an, kurz zu verweilen und Rast zu machen. Schnell hat man sich die Aura und die Ruhe des Ortes angeeignet und spürt den Ertrag dieses Gemeingutes – Wasser, Weite und Stillstand. Silence is a commons.
    MAP SC 4.06 Heckmannufer

    .. EWIG UMKÄMPFTER RAUM.

    Wenn es einen Ort gibt, der die ständige Veränderung und den Kampf um Raum im Wrangelkiez widerspiegelt, dann ist es die Cuvry-Brache. Unzählige Male hat das Areal zwischen Spree und Schlesischer Straße in den letzten Jahrhunderten Besitzer und
    Nutzung gewechselt. Fast immer reichte seine Bedeutung mehr oder minder weit über die Grenzen des Kiezes hinaus. Heute wird wieder einmal kontrovers über die Zukunft der Cuvry-Brache diskutiert, das Ergebnis ist mehr als ungewiss. Vielleicht wird es einmal der Raum, der Nachbarschaft und Gäste aus aller Welt miteinander verbindet. An keinem anderen Ort im Kiez ist das Potenzial dafür so groß wie hier.
    MAP SC 4.07 Cuvrybrache

    …NACHBARSCHAFT BRAUCHT ZEIT // KOMSULUK ZAMAN ISTER // NEIGHBOURHOOD NEEDS TIME

    Nachbarschaft ist ein Prozess, der Zeit und Kontinuität benötigt. Durch die immer mehr ansteigende Fluktuation im Gebiet werden die nachbarschaftlichen Netze und sozialen Beziehungen nach und nach zerstört. Die Verdrängung durch Mieterhöhung führt zu einer zunehmend homogener werdenden Nachbarschaft. Die Nachbarschaft wird zu einem exklusiver werdenden Gut. Im Kampf gegen Verdrängung formieren sich die Anwohner und neue nachbarschaftliche Netze werden aufgebaut.
    MAP SC 4.08

    Spatial Commons 4 - Hin und weg vom Kiez [Seminar]

    Blockseminar

    Teaching

    Der Wrangelkiez wird gentrifiziert. Keine andere Berliner Nachbarschaft ist einem ähnlich hohen Aufwertungsdruck ausgesetzt. Welche Beziehungen zwischen Anwohnerschaft, Tourismus, Immobilienwirtschaft, Medien und kommunaler Verwaltung entstehen in diesem komplexen urbanen Umfeld? Wie bilden diese sich im konkreten Stadtraum ab?
    In dem Recherche- und Kartierungsseminar gehen wir den Spuren möglichen (Dis-)Commonings an zentralen Orten im Kiez nach, um Folgendes herauszuarbeiten:
    – Mit welchen Mitteln wird der urbane Raum als Ort der Interaktion & Teilhabe gemeinschaftlich erzeugt und erhalten?
    – Welche geplanten oder ungeplanten Prozesse haben Einfluss auf die räumliche Struktur sowie auf den Alltag der BewohnerInnen und anderer NutzerInnen?
    – Wodurch zeichnen sich diese so genutzten oder geschaffenen Räume aus?
    – Wer bedient sich der kollektiv erzeugten Werte im Raum bzw. wem werden sie zur Verfügung gestellt?
    – In welchem Zusammenhang stehen Raum, potentielle Commoner und kooperative Praxis?